Warum wiederkehrende Prüfungen wichtig sind
Was heute funktioniert, ist nicht automatisch sicher.
Leitungen, Steckverbindungen und elektrische Bauteile altern. Wärme, Feuchtigkeit, Staub, mechanische Belastung oder häufiges Bewegen können ihren Zustand verschlechtern. Manche Schäden sind sichtbar. Andere fallen erst bei geeigneten Messungen oder einer Funktionsprüfung auf.
Bei einer DGUV-V3-Prüfung werden der sichtbare Zustand und die vorgesehenen Schutzmaßnahmen fachgerecht beurteilt. Welche Messungen und Erprobungen erforderlich sind, richtet sich nach dem jeweiligen Gerät oder der Anlage. Werden Mängel erkannt und anschließend behoben, lässt sich das Risiko für Personen, Gebäude und Betrieb reduzieren.
Welche Schäden können frühzeitig vermieden werden?
- Stromunfälle: Beschädigte Isolierungen oder ein unterbrochener Schutzleiter können zu gefährlichen Berührungsspannungen führen. Sichtprüfung und geeignete Messungen helfen, solche Mängel aufzudecken.
- Überhitzung und Brände: Auffällige Verfärbungen, verschmorte Bauteile oder beschädigte Kontakte können Warnzeichen sein. Ihre fachgerechte Untersuchung und Instandsetzung kann verhindern, dass sich ein Schaden weiterentwickelt.
- Geräte- und Maschinenschäden: Erkannte Defekte lassen sich gezielt beheben, bevor weitere Bauteile in Mitleidenschaft gezogen werden.
- Ungeplante Betriebsunterbrechungen: Eine dokumentierte Mängelliste erleichtert die Planung von Reparaturen und kann helfen, plötzliche Ausfälle zu reduzieren.
Entscheidend ist die Beseitigung der festgestellten Mängel. Eine Prüfplakette allein repariert keinen Defekt und garantiert keine dauerhafte Sicherheit. Auffälligkeiten sollten auch zwischen den Prüfterminen sofort fachlich abgeklärt werden.
Konkrete Mängel aus meiner Praxis.
Diese Aufnahmen zeigen Befunde aus meinem Arbeitsalltag. Nicht jeder Defekt ist von außen sofort erkennbar. Eine fachgerechte Prüfung und die anschließende Instandsetzung helfen, Gefahren rechtzeitig zu begrenzen.

Gottenheim
1. Defekter Transformator als Auslöser.
Bei diesem Einsatz war ein defekter Transformator der Auslöser des Schadens. Ein Spannungsüberschlag wird als Ursache der sichtbaren Spuren vermutet. Den genauen Ablauf lässt das Foto allein nicht sicher erkennen.
Warum das wichtig ist: Ein solcher Fehler kann weitere Bauteile beschädigen und Menschen gefährden. Auffällige Geräte und die betroffene Steckdose müssen fachlich beurteilt und erforderliche Schäden behoben werden.

Freiburg-Hochdorf
2. Falsche Aderendhülsen verwendet.
In dieser Anschlussdose wurden nicht passende Aderendhülsen verwendet. Leiter, Hülse, Verpressung und Anschlussklemme müssen zusammenpassen und den Herstellerangaben entsprechen.
Mögliche Folgen: Eine unzuverlässige Klemmverbindung kann zu erhöhtem Übergangswiderstand, starker Erwärmung oder zum Verlust einer wirksamen Schutzleiterverbindung führen. Deshalb zählt die Kontrolle der Anschlüsse genauso wie die passende messtechnische Prüfung.

March-Hugstetten
3. Deutlich sichtbarer Schmorschaden.
An der linken Kontaktöffnung dieser Steckdose sind ausgeprägte dunkle Brand- und Schmorspuren zu sehen. Das ist ein konkreter Schaden und kein rein optischer Mangel.
Mögliche Folgen: Weitere Erwärmung kann Gehäuse und Isolation schädigen und die Brandgefahr erhöhen. Eine beschädigte Steckdose gehört bis zur fachgerechten Prüfung und Instandsetzung außer Betrieb. Auch der zugehörige Stecker und die Anschlussstelle müssen in die Beurteilung einbezogen werden.

Freiburg Innenstadt
4. Steckdose ohne erforderliche Aderendhülsen erweitert.
Hier wurde eine Steckdose direkt mit einer flexiblen Leitung erweitert. An diesem Anschluss fehlten die erforderlichen Aderendhülsen – die Ausführung war nicht fachgerecht.
Es hätte mehr passieren können: Eine unsichere Verbindung kann sich lösen oder stark erwärmen. Daraus können Kontakt- und Isolationsschäden bis hin zu einem Brand entstehen. Entscheidend sind die für diese Anschlussklemme geeignete Leiterbehandlung, eine fachgerechte Ausführung und die anschließende Prüfung.

Freiburg Innenstadt
5. Beginnende Verkohlung links in der Steckdose.
Bei dieser Steckdose hatte links im Kontaktbereich bereits eine Verkohlung begonnen. Genau solche frühen Spuren dürfen nicht übersehen werden, auch wenn ein angeschlossenes Gerät noch funktioniert.
Früh erkennen und handeln: Eine weitere thermische Schädigung kann bis zu einem größeren Schmorschaden oder Brand führen. Steckdose, Stecker und Anschluss müssen fachlich geprüft und beschädigte Teile instand gesetzt beziehungsweise ersetzt werden. Ein bloßer Austausch der Abdeckung behebt die Ursache nicht.
Ein Klick auf ein Foto öffnet das zugehörige Praxisbeispiel mit weiteren Informationen. Die Beispiele ersetzen keine Beurteilung der jeweiligen Anlage vor Ort.
Weiteres Beispiel: Verfärbung in einer Verteilung

Prüfen, bewerten und nachvollziehbar dokumentieren.
Je nach Prüfobjekt gehören Besichtigen, geeignete Messungen und Erproben beziehungsweise Funktionsprüfungen zusammen. Dazu können beispielsweise die Prüfung der Schutzleiterverbindung, eine Isolationsmessung und die Prüfung von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen gehören. Nicht jede Messung ist bei jedem Gerät oder jeder Anlage in derselben Form anzuwenden.
Sie erhalten die Ergebnisse und festgestellten Mängel nachvollziehbar dokumentiert. Erforderliche Maßnahmen und das weitere Vorgehen besprechen wir anhand des tatsächlichen Zustands.
Wie oft ist eine DGUV-Prüfung erforderlich?
Es gibt keinen einheitlichen Prüfabstand für sämtliche Geräte und Anlagen. Im Betrieb legt der Arbeitgeber die Fristen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung mit fachkundiger Unterstützung fest. Beanspruchung, Umgebung, Herstellerangaben und bisherige Prüfergebnisse spielen dabei eine Rolle. Die Abstände müssen so gewählt werden, dass zu erwartende Mängel rechtzeitig erkannt werden können.
Mehr zu meinem Prüfumfang für Geräte, Anlagen und Wallboxen in Freiburg und March →

Meine Prüfplakette.
Die Plakette unterstützt die Kennzeichnung am geprüften Objekt. Maßgeblich bleiben das zugehörige Prüfprotokoll, die Bewertung der Ergebnisse und die erforderlichen Maßnahmen.
Fachliche Grundlagen: BG ETEM: Prüfung elektrischer Betriebsmittel und DGUV Information 203-071.

